Was Sie beachten müssen, wenn Sie Monteurzimmer vermieten

1. Monteurzimmer angemessen einrichten

Damit sich ihre Mieter in Ihrem Monteurzimmer wohlfühlen, sollten Sie die Wohnung mindestens mit einer Grundausstattung einrichten.

Das umfasst ein Bett mit Nachttisch, ein Kleiderschrank, genügend Sitzmöglichkeiten, ein Tisch, ein Sofa mit Couchtisch, ein Fernseher und ausreichend Beleuchtung.

Da sich Monteure in der Regel für einen längeren Zeitraum einquartieren, achten Sie im besten Fall darauf, dass die Wohnung gemütlich und wohnlich ist. Richten Sie die Wohnung in warmen Farben ein und achten sie darauf, dass alles sauber ist und sich alle Möbel in einem guten Zustand befinden.

Oft sind Monteure bereits früh morgens unterwegs und arbeiten bis spät in die Nacht. Aus diesem Grund brauchen viele Mieter eine Küche in ihrem Monteurzimmer, damit Sie sich unabhängig und kostengünstig versorgen können.

Damit das möglich ist, sollte die Küche zumindest einen Kühlschrank, eine Spüle, einen Herd, einen Wasserkocher und eine Kaffeemaschine enthalten. Kümmern Sie sich zudem um das fürs Kochen benötigte Equipment wie z.B. Töpfe, Pfannen, Geschirr, Besteck usw.

Das Badezimmer sollte eine Dusche, eine Toilette und ein Waschbecken mit Spiegel und Ablagemöglichkeiten bieten. Außerdem ist es von Vorteil, wenn Sie dem Mieter entsprechende Reinigungsmittel zur Verfügung stellen, falls Sie die Wohnung auch ohne Endreinigung anbieten. Meistens nehmen Monteure nicht viel Gepäck mit auf ihre Geschäftsreise. Sie können Ihren Mietern entgegenkommen, wenn Sie Ihnen Handtücher und Bettwäsche anbieten. Dies können Sie ggf. am Ende in Rechnung stellen.

Heutzutage ist WLAN für viele nicht mehr wegzudenken aus diesem Grund lohnt es sich in eine funktionierende Internetverbindung zu investieren.

Um die Sicherheit Ihrer Gäste zu gewähren, ist es sehr wichtig, dass Sie sich darum kümmern, dass die Wohnung mit Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Kasten und genügend Feuermeldern ausgestattet ist.

2. Mietvertrag abschließen

Es ist wichtig den richtigen Vertrag zu wählen, da jede Vertragsform verschiedene Rechte und Pflichten vorweist. Grundsätzlich wird zwischen einem gewöhnlichen Mietvertrag und einem Beherbergungsvertrag unterschieden.

Wählen Sie den herkömmlichen Mietvertrag, hat der Mieter den Pflichten eines Mieters nachzugehen. Das heißt um Servicetätigkeiten wie Wäschereinigung, Zimmerreinigung, Verpflegung usw. muss der Mieter sich selbst kümmern. Die gegebenen Räumlichkeiten müssen im bewohnbarem Zustand wieder abgegeben werden. Zudem besteht die Verkehrssicherheitspflicht, wo Sie die Verantwortung dafür tragen, dass sich keiner auf dem Grundstück aufgrund von beispielsweise Glatteis oder defekten Möbel verletzt. 

Eine Kündigung des Mietvertrags ist nur fristgerecht gültig. Wenn sich Vermieter und Mieter auf einen Aufhebungsvertrag einigen, kann eine Kündigung auch außerhalb der Frist gelten.

Wählen Sie den Beherbergungsvertrag, dann sind diese Servicetätigkeiten im Preis mit inbegriffen. Rechte und Pflichten der Vermieter und Mieter werden in einem Mietvertrag geregelt. 

Jedoch ist hier zu beachten, dass eine mündliche Bestätigung bereits als eine verbindliche Buchung gilt. 

Ein Rücktritt aus dem Beherbergungsvertrag ist beiderseits nicht möglich. Es kann jedoch bei einer Stornierung ein Erfüllungsanspruch bestehen, der eingefordert werden kann.

Im Mietvertrag sollte genau festgelegt werden, wie hoch der Mietpreis ist, wann das Zimmer bezogen werden darf und wann der Mieter das Zimmer wieder abgeben muss.

Zusätzlich zum Mietvertrag sollten Sie Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGBs) aufsetzen, um wichtige Sachen wie Gewährleistungsrechte, Haftungsausschuss oder Stornobedingungen festzulegen.

Legen Sie Richtlinien fest, damit alle Mietparteien sich wohlfühlen und es nicht zu Streitigkeiten kommt. Es ist wichtig die Mieter über die richtige Müllentsorgung, Hygienevorschriften, Haustierhaltung und Rauchverbote zu informieren.

2. Rechtliche Angelegenheiten zum Monteurzimmer

Bevor Sie Ihre Mieträume vermieten, müssen Sie eine Nutzungsänderung des Mietobjekts beim zuständigen Bauamt der Stadt anmelden. Das Mietobjekt muss dem bautechnischem Standard der jeweiligen Länder und Kommunen entsprechen und falls nötig umgebaut werden. Ist die Genehmigung durch, können die Mieträume vermietet werden.

Gewerbesteuer

In jedem Fall sind Sie dazu verpflichtet ein Gewerbe anzumelden.

Bei einer Vermietung ohne Zusatzleistung (herkömmlicher Mietvertrag) müssen Sie meistens keine Gewerbesteuer bezahlen. Handelt es sich jedoch um eine Vermietung mit Zusatzleistungen (Beherbergungsvertrag), dann sind Sie als Vermieter gewerblich tätig und sind dadurch gewerbesteuerpflichtig. In der Regel fällt aber keine Gewerbesteuer an, da bei natürlichen Personen und Personengesellschaften erst der Freibetrag von 24.500€ im Jahr überschritten werden muss.

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird fällig, wenn der Freibetrag von 17.500 € im Jahr überschritten wird. Hier ist wichtig zu erwähnen, dass es sich um den Umsatz, also um die Einnahmen handelt. Ausgaben wie Möbel, Nebenkosten usw. werden nicht vom Umsatz abgezogen. Liegen Sie über dem Freibetrag, dann zahlen Sie eine Hotelsteuer von 7%. Das Monteurzimmer darf in dem Fall maximal 6 Monate kurzfristig vermietet werden.

Anzumerken ist, dass die Hotelsteuer nicht die zusätzlich angebotenen Serviceleistungen betrifft. Hier wird der normale Steuersatz von 19% angewendet.

3. Zahlungsangelegenheiten

Kaution

Zu Ihrem Schutz ist es von Vorteil, wenn Sie eine Kaution errichten. Falls etwas in Ihrem Monteurzimmer kaputt geht, sind Sie abgesichert.

Die Kaution wird vor der Anreise bezahlt, in manchen Fällen auch bei der Anreise in bar.

Endpreis des Monteurzimmers

Damit Sie Gewinn machen, müssen die Einnahmen größer sein als die Ausgaben, die Sie tätigen. Um das zu erreichen, ist es wichtig einen Überblick über alle Kosten zu haben, die auf Sie zukommen.

Beachten Sie, dass die Nebenkosten im Endpreis mit einberechnet sind. Alternativ ist es auch möglich die Nebenkosten nach Verbrauch abzurechnen und dem Mieter am Ende des Mietverhältnisses eine Nebenkostenabrechnung zukommen zu lassen.

Befindet sich ihr Monteurzimmer in der Nähe eines Kurorts können Kurtaxe anfallen. Berechnen Sie in dem Fall die Gebühr in den Endpreis mit ein.

Wenn Sie Ihrem Gast frische Handtücher und Bettwäsche anbieten, bedenken Sie die Kosten für die Reinigung und berechnen diese ggf. auch in den Endpreis mit ein.

Bieten Sie Zusatzleistungen wie Frühstück und Endreinigung an? Berücksichtigen Sie diese Ausgaben auch im Endpreis. Ist die Buchung dieser Leistungen optional, dann müssen diese extra als Aufpreis auf den Endpreis draufgerechnet werden. Es ist wichtig, dies richtig zu kennzeichnen und die Preise transparent darzustellen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Vergleichen Sie am Ende Ihre Preise mit denen der Konkurrenz und achten Sie darauf, dass die Preise nicht zu sehr voneinander abweichen.

Rechnung oder Quittung?

Die Quittung stellt ein Nachweis über das Erbringen einer Leistung dar. Wenn Sie privat vermieten und kein Gewerbebetrieb angemeldet haben, reicht eine Quittung völlig aus. Anzumerken ist, dass Sie hier keinen Steuersatz angeben dürfen, da das Finanzamt die angegebene Umsatzsteuer sonst einfordert.

Bild Quittung (Korrektur mit Steuersatz)

In jedem anderen Fall ist eine Rechnung fällig. Man unterscheidet zwischen einer Kleinbetragsrechnung und einer normalen Rechnung.

Bei Beträgen bis zu 150€ stellt man eine Kleinbetragsrechnung aus. Sie sieht folgendermaßen aus.

Bild Kleinbetragsrechnung

Bei höheren Summen stellt man eine normale Rechnung aus. Zusätzlich zu dem, was in der Kleinbetragsrechnung steht, muss zur Anschrift und zum Namen des Vermieters auch die Anschrift und der Name des Mieters angegeben werden. Auch muss der Mietzeitraum und die Steueridentifikationsnummer des Vermieters angegeben werden.

Bild Rechnung

Haben Sie alle Punkte dieser Liste berücksichtigt, dann sind Sie bestens darauf vorbereitet ihr Mietobjekt als Monteurzimmer zu vermieten. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen dafür viel Erfolg!